Karoline Gruber | Opernregie

  • Opernhaus Leipzig 2008
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Richard Strauss
Ariadne auf Naxos
2016 : Nikikai Opera Tokyo
2008 : Opernhaus Leipzig
Dirigent: Lawrence Foster
Bühnenbild: Roy Spahn
Kostüme: Michaela Barth
Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach
Besetzung: Haushofmeister : Friedhelm Eberle, Musiklehrer: Tuomas Pursio / Jürgen Kurth (Cover), Komponist: Michaela Selinger / Jean Broekhuizen (Cover), Tenor (Bacchus): Daniel Kirch / Wolfgang Schwaninger (Cover), Offizier: Michael Chu, Tanzmeister: Dan Karlström, Perückenmacher: Andreas David, Lakai: Sejong Chang, Zerbinetta: Sharleen Joynt / Nili Riemer (Cover), Primadonna (Ariadne): Meagan Miller / Karen Fergurson (Cover), Harlekin: Jonathan Michie, Scaramuccio: Keith Boldt, Truffaldin: Tijl Faveyts, Brighella: Jeff Martin, Najade: Nicola Proksch, Dryade: Sandra Janke, Echo: Magdalena Hinterdobler
Presse

Karoline Gruber findet einen überzeugenden Ansatz, um die inneren Fliehkräfte des Stückes zu bändigen ... Das Geheimnis ihrer Regie liegt in der dezenten Ironie, mit der sie nicht nur das nachkomponierte Vorspiel, sondern vor allem die Opernhandlung selbst überzieht ... Die Macht der Verwandlung, die Ariadne und Bacchus als hohes Paar im Schlussduett beschwören, ergreift bei Karoline Gruber in einer Art kollektiver Metamorphose alle Mitwirkenden, die die Bühne als Sagen-, Traum- und Phantasiegestalten bevölkern – eine Hymne auf die Zaubermacht des Theaters und seiner Illusionswelten ... Karoline Gruber setzt mit dieser Produktion ein Aufbruchsignal an der Oper Leipzig ... Sofern die kurzfristig ins Programm genommene „Ariadne“ einen Vorgeschmack auf den zukünftigen Stil des Hauses geben sollte, war dies ein Auftakt nach Maß – und ein verheißungsvolles Signal...

Dass in der Oper noch ein solcher Treffer wie jetzt rauskommen kann, das liegt wohl an der Leidenschaft und Professionalität der Künstler, wie sie in der „Ariadne auf Naxos“ verhandelt werden ... Der Clou dieser bunt bewegten, ohne überflüssigen Firlefanz auskommenden, stets bei sich bleibenden Inszenierung ist die eskalierende Verwandlung der ganzen Szenerie um Ariadne und Bacchus durch die Kraft der Liebe, der Sehnsucht , der Kunst oder des Gesangs. Da finden sich Komponist und Zerbinetta. Da trifft Sommernachtstraum auf Wintermärchen. Da sprießen Blüten aus den Wänden und rieseln Blätter von der Decke. Da fliegt einer wie Peter Pan durch den Raum, schweben Seifenblasen und funkeln Sterne. Da entfaltet sich ganz selbstverständlich aus der Tristesse der Gegenwart eine poetische Faszination, die ans Herz greift ... Im Zusammenspiel mit einem geschlossenen Ensemble rundete sich der Abend nicht nur szenisch, sonder auch musikalisch zu einem bejubelten Erfolg...
(FRANKFURTER RUNDSCHAU)

Regisseurin Karoline Gruber, erzählt eine Liebesbeziehung zwischen Komponist und Zerbinetta als verbindende Klammer. So wird in dieser Inszenierung die Ariadne-Handlung nicht nur von den mit überbordender Fantasie gestalteten komödiantischen Einlagen der Zerbinetta-Truppe, sondern auch durch die weitergeführte Beziehung Komponist-Zerbinetta gebrochen und gedeutet ... So sehr heutige Optik und manche Bilder Erwartungen brechen, so stimmig ist das Konzept und die Bilderwelt in sich, die dem suggestiven, farbenreichen Gestus der Oper entgegenkommt und entspricht ... Großer einhelliger Beifall...
(SÄCHSISCHE ZEITUNG)

Eine große Inszenierung ... Die Liebe, sie steht bei Karoline Gruber im Zentrum von Richard Strauss’ Oper „Ariadne auf Naxos“, deren Premiere am Freitagabend in Leipzig gefeiert wurde ... Gruber hält es mit Poesie und Verwandlung. Allerdings verwandelt sich nicht die einsame Ariadne auf ihrer Insel, auch nicht Bacchus, den sie für den ersehnten Todesboten hält, es verwandelt sich die Gesellschaft umher, Zuschauer, Statisten, Gaffer im Hause des reichsten Mannes von Wien, der den Auftrag zur Oper gab, zum Possenspiel, zur Vermengung beider. Ihnen wachsen Sommernachtstraum-Eselsgesichter, Fisch-Leiber, Schweinsnasen, Blätter. Die Natur drängt durchs Fenster, die Jahreszeiten wechseln im Zeitraffer, und die Liebenden sehen, fühlen, haben nur sich ... Gruber hält alles in zauberischer Schwebe ... Das Personal erlebt in beiden Teilen echte Gefühle, beobachtet sie zumindest, und so gelingt Gruber die Metamorphose vom Konversations-Vorspiel zur vorgetäuschten Seria mit Buffo-Einsprengseln, vom doppelten Boden zum großen Gefühl, von der Wirklichkeit mit Blick ins Parkhaus, in die Märchenwelt mit ihren surrealen Bewohnern ... Gruber macht die Sänger zu Darstellern zu Sängern, das Theater auf dem Theater zum Seelenspiegel, den Wunder-vollen Text Hofmannsthals, die Partitur Strauss’ zu Emotions- Seismographen ... Diese kleine Oper mit dem enormen Anspruch ist eine große Produktion. Schön, dass einstweilen wieder Kunst regiert in der Oper Leipzig...
(LEIPZIGER VOLKSZEITUNG)

Die Liebe von Bacchus und Ariadne wird in der gelungenen Inszenierung von Karoline Gruber zu einem utopischen Versprechen ... In Karoline Grubers Leipziger Inszenierung bewegt sich aber nicht nur Friedhelm Eberle mit souveräner Selbstverständlichkeit in einem Tiefgaragenambiente ... Sicher sind dieser Vorraum mit den als Garderoben genutzten Toiletten und die flippigen Kostüme der Zerbinettatruppe ein direkter Verweis aufs Hier und Heute und seinen Umgang mit den Künstlern. Doch die Tristesse dieses Raumes wird zu einer Vorlage für ein poetisches Wunder am Ende des zweiten Teiles...
(WIENER ZEITUNG)