Karoline Gruber | Opernregie

  • Opernhaus Essen 2010
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Hans Werner Henze
Elegie für junge Liebende
2010 : Opernhaus Essen
Dirigent: Noam Zur
Bühnenbild: Roy Spahn
Kostüme: Mechthild Seipel
Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach
Besetzung: Claudio Otelli, Michael Haag, Andreas Hermann, Francisca Devos, Ildiko Szönyi, Astrid Kropp
Presse

Karoline Gruber bebildert in ihrer rundweg überzeugenden Inszenierung bewusst nicht die etwas abgestandene Kritik am bürgerlichen Kunstbetrieb, sondern die Abgründe hinter jeder Form von Kreativität... Die surreal verrätselten, doch vielfältig zu deutenden Bilder der Regie passen kongenial zu Henzes paradiesvogelhaft schillernder Musik, die von den Essener Philharmonikern unter Noam Zur ungemein farbig und präzise interpretiert wird. Auch das durchweg stimmig besetzte Ensemble begreift musikalische und szenische Darstellung als höhere Einheit - ideale Voraussetzungen für einen großen Musiktheaterabend.

Frankfurter Rundschau Online: 7.5.2010
Bei Regisseurin Karoline Gruber ist Gregor der kapriziöse Dichterfürst im rustikalen Ambiente. Claudio Otelli gibt ihn als vital charismatischen Zauberer im Pfauenmantel (Kostüme: Mechthild Seipel). Die ihn umschwirren, sind zunächst zu Gast im Käfig dieses Pfauen, dann Gefangene, schließlich Opfer.

Aalto-Musiktheater Essen:
Es ist eine atmosphärische Traumwelt, in der über den Preis der Kunst ebenso wie über die Vergänglichkeit des Lebens musikalisch und in faszinierenden Bildern philosophiert wird.
Unaufgeregt entwickelt Gruber das rezitativisch begleitete Geschehen. Sie entfächert keine moralisierende Salongeschichte zur Demontage des Genies, sondern ein Psychogramm der (Selbst-Zerstörung und folgt dabei dem Potenzial der Musik, wie auch das Ensemble und Noam Zur mit den Essener Philharmonikern. Sie machen die vitale Delikatesse der Musik Henzes zum Erlebnis.

Rheinische Post 26.04.2010
Regisseurin Karoline Gruber verrückt Henzes Künstleroper im Aalto-Theater in eine surreale Alptraum-Szenerie... Starke Bilder für Henzes artifizielles Musiktheater... Fazit: ein beeindruckendes Plädoyer für ein Werk, auf dem inzwischen eine leichte Patina schimmert.

Westfälische Nachrichten 26.04.2010
Regisseurin Karoline Gruber liefert eine durch und durch stimmige Interpretation von großer Geschlossenheit und nie nachlassender Intensität... Die Protagonisten bleiben Gefangene, mehr noch: sie mutieren zu Vögeln... Das ist insgesamt ein absolut passender Rahmen für die intellektuellen Auseinandersetzungen in diesem Werk, für die Gruber immer wieder schöne Bilder findet... Die Elegie ist sicher ein hartes Stück Arbeit für die Rezipienten, aber gerade durch Grubers durchaus sinnlich-zarte Bilder auch ein echter Hingucker.

WAZ/NRZ 26.04.2010
Die Regie zeigt, wie diese Verflechtungen zu Bruch gehen. Lebenslügen werden aufgedeckt, mit dem Sohn des Arztes (Andreas Hermann) und seiner aufkeimenden Liebe zu Elisabeth finden Licht und Luft ihren Raum im düster-staubigen Gasthofambiente... Ein packender Abend über Kunst und Moral, Behauptung und Zerfall.

Online Musik Magazin 26.04.2010
Es gelingt Regisseurin Karoline Gruber sehr gut, die Spannung über den gesamten Abend zu halten – eine Spannung, die auch daraus erwächst, dass die Inszenierung dem Werk keine vorschnelle Eindeutigkeit überstülpen will. Viel mehr werden die Fragen, die das Stück aufwirft, pointiert. Dazu hält sich die Regie an Henzes Musik, die eine ganz eigene Aura, oft unwirklich und entrückt, um sich herum aufbaut, und findet sehr poetische Bilder dazu. [...] Neben diesen beklemmenden Bildern bleibt der Eindruck einer starken und sehr homogenen Ensembleleistung, zu der sich die sehr nuanciert singenden wie spielenden Akteure zusammenfinden... Mehr als der einhellige Jubel für Musik und Regie spricht die Beklommenheit, die so manchem Besucher nachhing, für das hohe Niveau der Aufführung. Fazit: Eine vielschichtige, oft poetisch-verspielte und doch zupackend klare Regie mit starken Bildern, stark gespielt und gesungen von einem sehr geschlossenen Ensemble.

Recklinghäuser Zeitung 26.04.2010
Am Aalto geriet der herausragende Beitrag zum Henze-Zyklus in seiner hellsichtigen Reflektion über das ambivalente Verhältnis von Kunst und Leben und die Gefahren künstlerischen Realitätsverlustes zu einem komplexen, in seiner künstlerischen Entschiedenheit zwingenden Ereignis. Das aufgeschlossene, gewiss nicht durch die Bank mit neuer Musik vertraute Premierenpublikum zeigte sich beeindruckt.